Kurze Zusammenfassung der Dissertation
"Die Keramik aus der Michelsberger Grabenanlage von Bruchsal Aue"

vorgelegt an der Universität Heidelberg
am
13.05.1998
von Dr. phil. S. Reiter
unter der Leitung von Prof. Dr. H. Hauptmann

Die vorliegende Zusammenfassung entstand im Rahmen eines Vortrags
 

Die Verfüllung der Gräben der Anlage von Bruchsal Aue enthielt neben Tier- und Menschenknochen, Stein-, Geweih- und Knochengeräten in allen Abschnitten und Schichten auch sehr viele Keramikfragmente. Nach Durchsicht und Restauration des Materials ergaben sich ca. 5000 Objekte in verschieden gutem Erhaltungszustand, deren Form sich bis zu einem gewissen Grad rekonstruieren ließ.

Die Keramik von Bruchsal Aue wirkt insgesamt sehr einheitlich und ist so sorgfältig gearbeitet, daß auch im Bruch keine Wulstgrenzen zu erkennen sind. Auch Ösen, Henkel und Randleisten sind so sorgfältig angebracht, daß im Bruch nur selten eine Ansatzstelle sichtbar ist. Es kommt auch nur selten vor, daß Gefäße an diesen Stellen brechen.

Das Material für diese Keramik wurde wohl lokal gewonnen. Die Magerung besteht aus Sand und kleinen Steinchen, deren Größe zwischen bis zu 1cm großen Stücken und kaum sichtbaren Teilchen schwankt. Die Feinheit der Magerung ist von Gefäßtyp zu Gefäßtyp verschieden. Dabei ist allerdings unklar, ob es sich um eine natürliche Magerung handelt, bei der nach Bedarf die groben Stücke ausgelesen wurden, oder ob die Magerung bereits in verschiedenen Feinheitsgraden zugesetzt wurde.

Die Oberfläche ist bei allen Gefäßen geglättet und dadurch teilweise so verdichtet, daß der Eindruck eines feinen Überzugs entsteht. Ein solcher Überzug konnte allerdings in keinem Fall sicher nachgewiesen werden. Die Glättung ist je nach Gefäßtyp mehr oder weniger sorgfältig ausgeführt. Dabei ist die beim ganz erhaltenen Gefäß sichtbare Seite immer besser geglättet als die andere, aber grundsätzlich sind immer alle erreichbaren Stellen überarbeitet. Eine Ausnahme stellt beispielsweise die Innenfläche am überhängenden Bauchteil von Flaschen dar, die aufgrund des engen Halses nach Fertigstellung der Flasche nicht mehr zu erreichen war.

Härte und Farbe der Keramik entsprechen dem Rahmen der üblichen Keramik der Michelsberger Kultur.

Der allergrößte Teil der Keramik war wohl schon schadhaft, als sie in den Graben gelangte. Brüche an Brandflecken sind sehr häufig. Es gibt aber auf der Grabensohle auch einige ganz erhaltene Gefäße, die dort abgelegt worden sein müssen.

Das Typenspektrum von Bruchsal Aue ist recht groß und deutet dadurch bereits an, daß sich die Anlage über verschiedene Entwicklungsstufen erstreckt.

 

Tulpenbecher:

Die Tulpenbecher lassen sich klar in zwei verschiedene Gruppen einteilen: solche mit Knickprofil, im folgenden Tulpenbecher Typ A genannt (Abb.1,1), und solche mit geschwungenem Profil, Tulpenbecher Typ B (Abb.1,2). Tulpenbecher Typ A und B unterscheiden sich jedoch nicht nur hinsichtlich ihres Profils. Typ A ist auch wesentlich dünnwandiger, feiner gemagert und härter gebrannt und die Oberfläche ist sorgfältiger geglättet. Typ B weist außerdem häufig eine helle, beige Färbung auf, die bei Typ A nicht vorkommt. Mischformen zwischen beiden Typen gibt es nicht.

Ohne die chronologische Abfolge der Tulpenbecher in Frage stellen zu wollen, möchte ich dennoch behaupten, daß es sich hier nicht um eine durchgehende Entwicklungslinie handelt, sondern daß mit den Tulpenbechern Typ B ein ganz neuer Gefäßtyp auftaucht.

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Abb.1

 

Ösenkranzflaschen

Ösenkranzflaschen liegen mit hochsitzendem (Abb.1,3) und mit tiefsitzendem (Abb.1,4) Ösenkranz vor. Außerdem gibt es einige Ösenleistenflaschen (Abb.1,5). Bemerkenswert ist hier, daß die Ösen, obwohl nur aufgelegt und nur ganz leicht subkutan durchlocht, nur sehr selten an der Ansatzstelle abgebrochen sind.

Außerdem fällt auf, daß bei den besser erhaltenen Stücken der Abstand zwischen zwei Ösen an einer Stelle wesentlich größer ist als bei den übrigen Ösen. Hierbei könnte es sich um eine Entnahmeöffnung für eine in einer netzartigen Struktur hängenden Flasche handeln.

 

Arkadenrandgefäße

Obwohl das Gesamtprofil nur ausnahmsweise erhalten ist (Abb.2,1), ist doch davon auszugehen, daß die Arkadenrandgefäße das für die Michelsberger Kultur übliche Formenspektrum aufweisen. Die Randleisten wurden außen auf den Gefäßrand aufgelegt, dann wurde der Rand abgestrichen und nach außen über die Leiste umgelegt. Die Fingertupfen unterscheiden sich hinsichtlich Größe, Form, Abstand und Lage. Davon ausgehend, daß sie an einem aufrecht stehendem Gefäß angebracht wurden, stammen die allermeisten von Fingern der rechten Hand.

 

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Abb.2

 

Geschlickte Gefäße

Bei dieser Gruppe handelt es sich um Gefäße, die gemeinsam haben, daß ihre Oberfläche mit einem groben, unregelmäßig aufgetragenen Überzug versehen ist (Abb.2,2). Das Material, aus dem dieser Überzug besteht, ist im wesentlichen das gleiche wie das der Gefäßwandung, es ist aber wesentlich grober gemagert. Diese Schlickung wird unregelmäßig dick, aber flächendeckend, aufgetragen und nur sehr grob mit den Fingern verstrichen.

Alle geschlickten Gefäße von Bruchsal Aue sind so stark fragmentiert, daß sich kein vollständiges Profil rekonstruieren läßt. Es ist davon auszugehen, daß es sich in den meisten Fällen um sehr große,

dickwandige Gefäße handelt, die entweder die eher geschwungene Form der Arkadenrandgefäße besitzen oder eine fast gerade verlaufende Wandung, also eine mehr oder weniger konische Grundform.

Geschlickte Gefäße gibt es mit und ohne Arkadenrand, einige besitzen auch grob ausgeformte Handhaben.

 

Vorratsgefäße mit Ösen

Die Grundform dieser Gefäße weist eine gewisse Ähnlichkeit mit den Arkadenrandgefäßen auf, das Profil ist jedoch in keinem Fall ganz erhalten. Diese Gefäße besitzen keinen Arkadenrand, dafür aber mehrere Ösen auf der Schulter. Ihre Gesamtform ist wohl insgesamt etwas gedrungener und spitzbodiger als die des typischen Arkadenrandgefäßes.

Aus Bruchsal Aue liegen nur sehr wenige Gefäße dieser Form vor, sie lassen sich aber an keinen anderen Typ anschließen.

 

Beckenförmige Schüsseln (Abb.3,1)

Diese Schüsseln stellen den Gefäßtyp dar, der gleichzeitig am dünnwandigsten, am härtesten und am feinsten gemagert ist. Die Oberfläche ist außergewöhnlich gut geglättet, teilweise sogar glänzend.

Diese Schüsseln sind so gut gearbeitet, daß sie trotz ihrer dünnen Wandung oft ganz oder zum größten Teil erhalten und auch als Fragmente immer zweifelsfrei zu erkennen sind. Häufiger als bei anderen Gefäßtypen weist der Scherben bei Beckenförmigen Schüsseln eine durchgehend schwarze Färbung auf.

 

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Abb.3

 

Knickwandschüsseln (Abb.3,2)

Von diesem Typ gibt es kein auch nur annähernd ganz erhaltenes Exemplar, was wohl auf die Form und Größe dieser Schüsseln zurückzuführen ist. Dennoch sind sie aufgrund des charakteristischen Knicks im Scherbenmaterial leicht zu erkennen und liegen daher in nicht geringer Anzahl vor.

Neben Varianten ohne Verzierung gibt es auch solche mit Geräteeinstichen am Rand und auch unmittelbar ober- und, seltener, auch unterhalb des Knicks. Einige Stücke weisen auch Ösen auf, aber die Erhaltung ist in keinem Fall gut genug, um die ursprüngliche Anzahl der Ösen abschätzen zu können.

 

Konische Schüsseln (Abb.4,1)

Dieser Schüsseltyp besitzt einen flachen Boden und eine gerade bis leicht nach außen geschwungene Wandung. Viele Stücke weisen eine Verzierung in Form von Geräteeinstichen unmittelbar unter dem Rand, etwa auf Höhe der Gefäßmitte und direkt über dem Boden auf. Bei den Schüsseln mit Ösen teilt sich manchmal die mittlere Stichreihe und wird um die Ösen herumgeführt. Bei einem einzigen Stück sind die Geräteeinstiche durch grob ausgeführte, schraffierte Dreiecke ersetzt.

Auffällig ist bei diesen Schüsseln vor allem die Tatsache, daß einige Stücke innen auf dem Boden und am unteren Teil der Wandung starke, fast flächendeckende Kalkablagerungen aufweisen. Da diese Kalkablagerungen bei keinem anderen Gefäßtyp auftauchen, können sie nicht lagerungsbedingt sein. Entweder handelt es sich also um eine besondere Art der Verzierung, bzw. Bemalung, oder die Kalkablagerungen hängen mit dem ursprünglichen Gebrauch der Konischen Schüsseln oder zumindest eines Teils davon zusammen.

 

Kalottenförmige Schüsseln (Abb.4,2)

Unter dieser Bezeichnung sind Schüsselformen zusammengefaßt, deren einzige Gemeinsamkeit eine mehr oder weniger stark nach außen gewölbte Wandung ist. Am auffälligsten sind darunter Arkadenrandschüsseln mit Ösen und Flachböden und Schüsseln mit stark einziehender Wandung und Ösen.

 

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Abb.4

 

Henkelgefäße

Es gibt in Bruchsal Aue nur sehr wenige Tassenfragmente und in keinem Fall lassen sie sich zu vollständigen Gefäßprofilen ergänzen.

Die Henkelkrüge nehme im Inventar von Bruchsal Aue insofern eine Sonderstellung ein, als sie als einziger Gefäßtyp aufwendiger verziert sind. Während der fast vollständig erhaltene Krug eine eher grobe, unregelmäßige Verzierung aufweist, zeigen einige andere Fragmente sehr sorgfältig ausgeführte Verzierungselemente, die in den Bereich der Schussenrieder Kultur gehören (Abb.4,3). Diese Fragmente sind auch aus einem anderen, wesentlich feineren Material gefertigt, deutlich dünnwandig und feiner gemagert als die andere Keramik von Bruchsal Aue. Es könnte sich hier also um echten Import handeln.

 

Schöpfer

Schöpfer liegen in Bruchsal Aue mit allen nur denkbaren Griffformen vor. Häufiger sind lappenförmig ausgezogene Griffe und solche aus mehreren, parallel zueinander aufgelegten Tonwülsten. Auch ausschwingende Griffenden und Durchlochungen kommen häufiger vor. Andere Formen sind dagegen Einzelstücke.

 

Tonscheiben

Die Tonscheiben von Bruchsal Aue weisen die üblichen Merkmale auf. Sie zeigen einen unregelmäßig verdickten Rand mit Fingertupfen, eine glatte und eine rauhe Seite und auf letzterer teilweise Abdrücke von Geflechten.

Auffällig sind lediglich einige Stücke, die parallel zum Rand eine Reihe von Durchlochungen aufweisen, sowie weitere Durchlochungen in nicht zu rekonstruierender Anordnung weiter im Zentrum (Abb.4,4).

Auf die Funktion der Tonscheiben soll an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. Nur folgender Sachverhalt sei hier kurz dargestellt: Da die Tonscheiben stark fragmentiert sind, läßt sich ihr Durchmesser nur selten sicher feststellen. In den wenigen Fällen, in denen dies möglich ist, gibt es fast immer ein Arkadenrandgefäß mit entsprechendem Durchmesser in unmittelbarer Nähe der Tonscheibe (Also im gleichen oder unmittelbar benachbarten Abschnitt und etwa in der gleichen Schicht). Dies soll aber kein Beweis für die Verwendung der Tonscheiben als Gefäßdeckel sein, sondern nur zeigen, daß dies von dem vorhandenen Gefäßspektrum her möglich ist.

 

Sonderformen

Während die flachbodigen Flaschen mit Schulterösen (Abb.5,1) im Spektrum der Michelsberger Kultur eher fremd wirken, sind die verschiedenen beutelförmigen Töpfe mit Ösen und Rund- oder Flachboden (Abb.5,3) nicht ungewöhnlich, kommen in Bruchsal Aue in dieser Form aber nur jeweils einmal vor.

Ohne Parallelen sind bisher die beiden gebogenen Ösen (Abb.5,4), von denen nicht bekannt ist, ob sie von demselben Gefäß stammen.

Die Randfragmente mit mehreren Fingertupfenleisten (Abb.5,2) sind deshalb so interessant, weil sie zum Teil aus dem inneren und zum Teil aus dem äußeren Graben stammen. Sie fanden sich in auf gleicher Höhe liegenden Abschnitten in der gleichen Grabentiefe. Obwohl sich die Fragmente nicht unmittelbar zusammenfügen lassen, ist doch davon auszugehen, daß sie von dem gleichen Gefäß stammen. Solche Mehrfachtupfenleisten kommen sonst in Bruchsal Aue nicht vor.

 

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Abb.5

 

Verteilung der Keramiktypen innerhalb der Anlage

Sehr interessant ist die Verteilung dieser Keramiktypen auf die beiden Gräben, bzw. auf die drei Gräben. Es ist festzustellen, daß viele Gefäßtypen in einem der beiden Gräben deutlich häufiger vertreten sind als in dem anderen. Am auffälligsten verhalten sich dabei die Knickwandschüsseln, von denen 82% im äußeren Graben lagen, aber auch bei den meisten anderen Gefäßformen läßt sich mindestens eine 2:1-Verteilung auf einen der beiden Ringgräben feststellen.

Auf diese Weise ergibt sich für jeden Graben ein typisches Keramikinventar. Für den inneren Graben (Bef.2) sind dies Tulpenbecher Typ A (also die gegliederten Formen), Ösenkranzflaschen mit hoch sitzendem Ösenkranz, Arkadenrandgefäße, Beckenförmige Schüsseln und Kalottenförmige Schüsseln. Für den äußeren Graben sind es Tulpenbecher Typ B (Formen mit geschweiftem Profil), Ösenkranzflaschen mit tief sitzendem Ösenkranz oder Ösenleistenflaschen, geschlickte Gefäße, Knickwandschüsseln und Konische Schüsseln.

Die Gruppe der Schöpfer ist zu uneinheitlich, um sie auf diese Weise auswerten zu können, Henkelgefäße und Tonscheiben sind weniger auffällig verteilt und von den Vorratsgefäßen mit Ösen liegen zu wenig Stücke vor, um aus ihrer Verteilung irgendwelche Schlüsse zu ziehen.

Der Quergraben schließt sich mit seinem Inventar eindeutig an den äußeren Graben an, die Keramikdichte ist jedoch wesentlich geringer als in den beiden Ringgräben.

Es ist nun augenfällig, daß das typische Inventar des inneren Grabens genau die Leitformen der Stufe II nach Lüning beinhaltet und das des äußeren Grabens die der Stufe III.

Außerdem ist auffällig, daß eine Gefäßform in dem einen Inventar einer ähnlichen im anderen Inventar entspricht, also Tulpenbecher Typ A den Tulpenbechern Typ B, Ösenkranzflaschen mit hoch sitzendem Ösenkranz denen mit tief sitzendem Ösenkranz, bzw. Ösenleiste, Arkadenrandgefäße den Geschlickten Gefäßen und Beckenförmige Schüsseln den Knickwandschüsseln. Eventuell könnte hier eine gleichbleibende Funktion bei Änderung der Gefäßform vorliegen.

Es ist jedoch die Tatsache nicht zu vernachlässigen, daß die Gefäßtypen in den beiden Gräben eben nicht vollständig getrennt sind, sondern daß jeweils etwa ein Drittel der Gefäße sozusagen im falschen Graben liegen. Hier ist ein Blick auf die vertikale Verteilung der Gefäßtypen hilfreich: Ein stark vereinfachter Längsschnitt durch einen Teil des inneren Grabens zeigt, daß in den unteren Schichten dieses Grabens, bzw. unmittelbar an den Grabenköpfen auch in den mittleren Schichten, nur Gefäße liegen, die für den inneren Graben typisch sind. Im äußeren Graben ist eine solche Konzentration bestimmter Typen in bestimmten Schichten nicht zu erkennen (allerdings unabhängig davon natürlich eine deutliche Zunahme der Materialdichte an den Grabenköpfen).

 

 

Daraus ergibt sich dann für die Verfüllungsgeschichte, aber auch für die Anlage der beiden Gräben folgendes Modell:

Es existierte zunächst nur der innere Graben zu einer Zeit, in der nur Stufe II - Keramik (oder für den inneren Graben typische Keramik) in Gebrauch war. Ein Teil dieser Keramik wurde, nachdem sie unbrauchbar geworden war, in den Graben geworfen, was natürlich bevorzugt zu beiden Seiten der Übergänge geschah. Der äußere Graben wurde erst angelegt, als Stufe III-Keramik (oder für den äußeren Graben typische Keramik) bereits in Gebrauch und eben teilweise auch schon zu Bruch gegangen war. Da aber natürlich die alte Keramik auch noch benutzt wurde, gelangt nun ein vermischtes Inventar in die beiden Gräben, die nun gleichzeitig offenstehen, und zwar im äußeren Graben bereits in die unteren Schichten, im inneren Graben erst in die mittleren Schichten, da ja die Grabensohle dort bereits von ausschließlich alter Keramik, bzw. Sedimenten bedeckt ist.

Dabei ist allerdings davon auszugehen, daß ein nicht zu vernachlässigender Teil der vermischten Keramik erst später aus Abfallgruben im Innern der Anlage durch Erosion in die Gräben gelangte. Auf diese Weise ließe sich auch das Gefäß mit Mehrfachtupfenleiste erklären, das sich zum Teil im inneren und zum Teil im äußeren Graben befand.

Es ist jedoch nicht mehr möglich, genau zu trennen, welche Keramik nun tatsächlich in den Graben geworfen wurde und welche erst später hineingelangte. Es ist aber davon auszugehen, daß es sich bei dem Befund, wie er uns heute vorliegt, um eine Kombination aus beidem handelt.

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© Dr. phil. Susanne Reiter; Email: susannereiter@yahoo.de


Stand: 25.05.2004 durch: